Montag, 28. April 2008

Ein bisschen Peking, das Aviation Museum, Hou Hai und eine Tour nach Huairou

Ein bisschen Peking:
Die letzte Woche fing sehr entspannend an. Wie es sich fuer Auslaender gehoert haben wir uns mal eine, fuer hiesige Verhaeltnisse, wahnsinnig teure Massage abgeholt. Fuer ganze 8 EUR eine Stunde lang durchkneten lassen. Die Anstrengungen der letzten Wochen mussten endlich mal rausgeknetet werden ;) Danach - wie soll es auch anders sein - ging es weiter mit dem Haarschnitt fuer 4 EUR, bei dem eine 20min Kopfmassage natuerlich inklusive war. Ansonsten ging die Woche relativ stressfrei zu Ende - beste Voraussetzungen fuer das Wochenende. Freitag hiess es dann abhaengen auf der Couch um Samstag morgen dann nach einer ausgiebigen Radtour zum Aviation Museum aufzubrechen.

Aviation Museum:
Geplante Abfahrt war 11:40 mit dem Bus. Also bin ich um 8 aus dem Bett um noch ne Tour mit dem Rad zu drehen. Ziel war Huairou. Ich hab dafuer 2 1/2 bis 3 Stunden einkalkuliert. Der Hinweg verlief auch noch relativ problemlos. Nur auf dem Rueckweg gab es dann erste Schwierigkeiten. Ich muss dazu sagen, dass ich nach wie vor die Strassennamen hier nicht lesen kann. Die einzige Strasse an der ich mich orientieren kann ist die G101 - eine groessere Strasse, die erstens ueberall ausgeschildert ist und zweitens bei uns am Compund vorbeifuehrt. Die Strasse hab ich dann auch ohne weiteres gefunden und bin darauf los - aber dann kam leider eine Umleitung. Gefuehrt wurde man zu Beginn durch ein Slum aehnliches Dorf. Die Schilder fuehrten einen mitten dort rein und hoerten dann auf. Durch das viele Abbiegen hatte ich vollkommen die Orientierung verloren. Nach ein wenig rumirren hab ich dann eine groessere Strasse gefunden - aber ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung wo ich war. Ich hab dann zwei Leute am Rand gefragt - natuerlich kein Wort englisch. Ich hab dann vor denen gestanden und den Flieger gemacht und dabei immer wieder Airport gesagt - keine Reaktion. Erst als ich die U Bahn Karte von Peking ausgepackt hatte sagten die "Beijing, Beijing, Beijing" und fuchtelten in eine Richtung. Schien fuer mich also der Weg nach Peking zu sein. 5 min spaeter war ich dann auch wieder on Track. Aber so wirklich wohl war mir nicht dabei - naja. 1 1/2 Stunden spaeter - noch immer auf der gleichen Strasse - bin ich dann doch wieder angekommen. Natuerlich zu spaet - also schnell unter die Dusche und mit dem Taxi Richtung Aviation Museum.
In amerikanischen Filmen sieht man manchmal so Horroszenarien in denen alte Russenjets in Nullo Komma Nix wieder flugfaehig und zum Einsatz gefuehrt werden. Genau das gleiche Gefuehl hatte man dort. Das sah so aus als brauchten die ein paar Wochen Vorlaufzeit und die 2. Weltkriegsflieger starten wieder. Generell waren die Austellungsstuecke sehr heruntergekommen. Aber mit zwei Flugzeugsspezialisten als Fuehrer konnte man echt einiges ueber die Flieger dort erfahren.

Hou Hai:
Nach kurzer Pause nach dem Aviation Museum ging es dann ab in die City in den Bar Distrikt. Alle Kneipen sind um einen See rumgebaut. Echt cool gemacht. Am Ende sind wir dann in einer Disko gelandet. Chinesischer House - sehr witzig und sogar hoerbar. Und am Ende lief doch dann tatsaechlich ein deutsches Hip Hop Lied. Ich hab zwar keine Ahnung von wem das ist, aber die Tanzflaeche war wie leergefegt als das Lied anlief ;) Achja - sehr witzig - um 12 Uhr ging das Licht an und die haben erstmal in grosser Runde Kartenblasen auf der Tanzflaeche gespielt. Total bekloppt die Chinesen.

Tour nach Huairou:
Sonntag Morgen gings dann wieder nach Huairou. In der Hektik hab ich mir am Samstag weder was von der Stadt noch von dem Stausee angeguckt. Das musste ich nachholen zumal ich den Weg ja jetzt ohne Weiteres kannte.

Montag, 21. April 2008

Chinesische Mauer, eine Regentour und Visum

Chinesische Mauer:
Am Samstag gings wie angekuendigt zur Mauer. Wir haben uns als Ort Simatai ausgesucht - angeblich die schoenste Stelle in der Naehe von Peking um die Mauer zu besichtigen. Hin und zurueck ging es jeweils mit einem Fahrer und Wagen unseres Arbeitgebers. Der wurde kurzerhand mal zur Samstagsschicht zitiert. Freundlicherweise hat der Kerl dann auch ganze 5! Stunden auf uns in Simatai gewartet waehrend wir uns an der Mauer ausgetobt haben. Die Mauer liegt auf ca. 700m an der Stelle. Man kraxelt die ganze Zeit auf einem Bergkamm. Auf die 700m kommt man mit einem Gondellift - kann man sich vorstellen wie im Skigebiet. Oben angekommen gehts dann auf und ab. Man geht direkt auf der Mauer. Die Oberflaeche der Mauer ist wie eine Treppe gearbeitet, sodass man die enormen Steigungen dann ordentlich gehen kann. Die Stufen der Mauer sind chinesisch-ueblich mal gross mal klein. Das Auge darf also beim Gehen kaum vom Boden genommen werden. Runter gings dann mit einer "Zip-Line". Man wird in ein Stahlseil eingespannt und rauscht an diesem von 700m auf ca. 400m ueber einen See. Sehr coole Abfahrt. Dann noch kurz mit einem Motorboot und schon ist man wieder am Ausgangspunkt der ganzen Reise. Fotos liefer ich von der Mauer noch nach.
Am Abend gings dann noch Richtung Stadt ein wenig Feiern. Coole Party aber nix Spektakulaeres - und zum ersten Mal Preise wie in Deutschland.

Regentour:
Nachdem ich Sonntag wieder halbwegs gradeaus gucken konnte gings dann ab aufs Rad. Hatte mir eigentlich eine Strecke von knapp 90km vorgenommen. Der Regen hat mich dann aber doch ein wenig staerker getroffen als gedacht. Am Vortag noch 27 Grade und dann auf einmal 12 Grad und Regen. Darauf war ich nicht vorbereitet. Hab dann auch die Tour ungefaehr bei der Haelfte abgebrochen und bin wieder nach Hause. Am Schlimmsten war aber eigentlich der Schmutz, der an mir klebte. Schlimmer als jede Mountainbikeausfahrt in Deutschland. Wer mich schonmal in Deutschland nach Hause hat kommen sehen, der weiss wovon ich spreche. Wirklich schlimm was hier in der Luft und von unten so hochkommt.

Visum:
Nach den Unruhen in der letzten Zeit bezgl. der Visapolitik habe ich mein Visum nochmal von den Sekretaerinnen der Geschaeftsleitgung pruefen lassen - alles wasserdicht. Ich darf ein- und ausreisen wie ich es vorhatte.

Dienstag, 15. April 2008

The Great Firewall

Gestern hat sich die chinesische Regierung gedacht - heute machen wir mal was für unser Volk und sperren den Zugriff auf alle Blogs, die es weltweit so gibt. Schwups kam man von keinem Internetanschluss mehr auf die Einträge, die ich hier in mühevollster Arbeit eingepflegt habe. Danke nochmal an Wolle, dass er mich hier mit dem Feinsten VPN Zugang ausgestattet hat, den man sich hier vorstellen kann.
Nur nebenbei bemerkt sind natürlich auch die Streams aller Radiostationen geblockt. Ich bin quasi hier grade der Ossi, der Westfunk hört ;)
Einziges erlaubtes deutsches Fernsehprogramm ist Deutsche Welle. Wobei bei der Ausstrahlung mancher Inhalte dann einfach mal für knappe 5min das Bild weggeht.

Und wo wir grade schon bei der Mauer sind - am Samstag gehts zur Mauer :)

Montag, 14. April 2008

Waschmaschine geoeffnet, Tsingtao ohne Kopfschmerzen ueberlebt, good quality eingekauft und heil mit dem Rad angekommen

Waschmaschine:
Mittlerweile hat der Handwerker nicht nur die Waschmaschine geoeffnet, sondern uns auch erklaert wie man sie aufmacht. Ausschalten und drei Minuten warten - wer soll denn darauf kommen. Naja funktioniert jedenfalls wieder.

Party:
Am Freitag gings nach Sanlitun. Das ist das Party Viertel in Peking. Der Durchschnittspreis fuer ein Bier oder wahlweise einen Longdrink betraegt hier 1 EUR. Das Partyvolk war gemischt. Manche Laeden waren mehr europaeisch wohingegen manche nahezu nur mit Chinesen bevoelkert waren. Wir waren dort zu einem Geburtstag geladen. Jeff - der Freund von einer deutschen Studentin hier hatte Geburtstag und hat zum Barhopping eingeladen. Zum Schluss waren es dann 4 oder 5 Bars in die wir nach und nach rein sind. Zum Fruehstueck sind wir dann wieder mit dem Taxi zum Capital Paradise hochgefahren. Der Samstag wurde entsprechend relativ spaet begonnen.

Shoppen:
Zur Shopping Tour gings in den Perl Markt. Ein riesiger chinesischer Markt wo ausschliesslich "original" Ware mit "extra good quality" zum "friend's price" angeboten wurde. Ich hab mich dort mit einer Jacke und einem neuen Guertel ausgestattet. Zur Verdeutlichung - der friend's price lag bei umgerechnet 180EUR - gekauft hab ich sie dann fuer 11EUR. Der Guertel hat 35EUR gekostet und mitgenommen hab ich ihn dann fuer 2,50EUR.
Vorher waren wir noch beim Lufthansa Uhren Haendler. Zu erkennen an einem riesen Lufthansa Plakat in seinem Shop. Natuerlich gibts fuer Lufthanseaten Rabatt hier. Ist quasi wie die Ringeltaube fuer uns. Die Produktpalette reichte von D&G bis zu Rolex und Breitling. Alles fuer knapp 20-30 EUR. Die Qualitaet scheint zu stimmen.

Tour:
Am Sonntag hab ich mich dann nach einem Videoabend am Samstag relativ frueh aufs Rad schwingen koennen. Im Internet hab ich mir eine Route ausgesucht und bin dann mal auf gut Glueck gefahren. Ums kurz zu machen - von jeder Kreuzung wo ich abgebogen bin hab ich Fotos gemacht - moedernes Kruemel streuen... Angekommen bin ich dann aber ohne grossartiges Verfahren.

So - das reicht nun erstmal wieder. Wolle wirds eh nicht bis hier unten schaffen...

Donnerstag, 10. April 2008

Waschmaschine gibt Fahrradklamotten nicht frei

Nach der Tour heute Abend wollte ich meine Sachen mal durchwaschen. Jetzt hab ich das Problem, dass die Waschmaschine ohne wenn und aber das Schloss nicht freigeben will. Ich geb der noch 5min - ansonsten hat das Ding kein Sichtfenster mehr. Bei manchen Sachen versteh ich keinen Spaß...

Mittwoch, 9. April 2008

Ich mach die Straßen wieder unsicher...

Heute Abend war ich wieder auf Pekings Straßen zu finden. Mit alter Felge und gemischtem Gefühl hab ich mich für ne schnelle Runde heute Abend aufs Rad geworfen. Scheint ordentlich zu laufen das Rad aber die Lücke in meiner Felge bereitet mir doch ein wenig Kopfzerbrechen. Scheint wohl normal bei den Felgen aber bei mir hat es doch ein wenig komische und kantige Ausmaße. Zusätzlich hab ich noch immer das knallende Geräusch von vorgestern Abend im Kopf. Naja die Felge läuft und wird erstmal die nähere Umgebung hier nicht verlassen. Dann muss die Runde hat kürzer werden und dafür öfter gefahren werden.

Im Übrigen kann ich vermelden, dass das erste Glas Nutella heute aufgebracht ist - ihr könnt Euch ja jetzt ausmalen wie meine Hauptspeise hier aussieht.

Um die Bilder anzusehen könnt Ihr rechts auf die Diashow klicken. Ich hab heute das Kabel von meiner Kamera gefunden (bzw. unsere Putzfrau hats gefunden) und konnte so die ersten Bilder hochladen.

Umgebungskarte


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Dienstag, 8. April 2008

Der schlimmste Fall ist eingetreten

Gestern bei meiner Trainingstour hier im Compund bin ich mit dem Hinterreifen in einer Kurve von einem Drempel abgerutscht und bin mit der Hinterradfelge aufgekommen. Zuerst hat sich das nicht so schlimm angehört aber zu Hause angekommen hab ich einen kleinen Riss in der Felge gesehen. Heute hab ich mir das mal genauer angesehen und musste feststellen, dass meine Felge einmal durchgerissen ist. Das heißt nun erstmal kein Fahrrad - morgen mach ich mich dann auf den Weg für die Ersatzteile. Mal sehen wie ich den Chinesen klar mache was ich brauche.

Montag, 7. April 2008

1. Arbeitstag

Sooo - den ersten Arbeitstag hab ich geschafft. Aber mal von vorne:

Flug:
In Düsseldorf sagte man mir am Freitag schon, dass der Flug nach München sehr ausgebucht sei. So ausgebucht, dass ich dann in der Bordküche mit nach München geflogen bin. Mit 30min Verspätung im Gepäck musste ich mich dann in München ganz schön beeilen. Laufend bin ich dann als letzter zur Abfertigung nach Peking angekommen. Auch mein Gepäck scheint in München einen Sprint hingelegt zu haben und hat es somit auch noch in der Zeit geschafft. Leider war auch die Maschine voll - also ab in die Economy.

Flughafen Peking:
In Peking wollte ich dann mein Fahrrad am Schwergepäck Schalter holen. Nachdem ich dann über 20min dort gestanden habe bin ich dann nochmal am normalen Band gucken gegangen - und da lag es dann. Mit Sack und Pack dann zum Ausgang um die "Langnase" Hr. Hilger zu treffen, der mich abholen wollte. Keine Langnase (das sind Europäer für die Chinesen) weit und breit. Nach nem Telefonanruf war dann auch meine Abholung auf dem Weg - der hat gedacht ich würde erst am Montag kommen.

Wohnung:
In der Wohnung angekommen hab ich erstmal den ganzen Kram ausgepackt. Nach kurzen Fahrten in den Supermarkt und Passfotos machen hab ich dann das Fahrrad zusammen geschraubt - alles heil geblieben. Das Wichtigste Stück ist also angekommen.
Am Abend kam dann meine Mitbewohnerin von einem Trip mit den anderen Praktikanten nach Hause. Sie kommt aus Bangladesh und macht bisher einen recht umgänglichen Eindruck. Jedenfalls hat Sie nichts gegen das Fahrrad im Wohnzimmer einzuwenden.

Essen in Peking:
Am Abend gings dann mit den Praktikanten und einigen anderen Amis in Peking was essen. Eigentlich gut essbar - zwar nicht ganz mein Fall aber von Reis wird man halt satt. Den einzigen Fehler den ich gemacht habe war der Toilettengang vor dem Essen. Ich war ja schon drauf vorbereitet, dass die Chinesen das Keramik in den Boden eingelassen haben und sich einfach nur darüber hocken - aber dass es so widerlich in diesen Toiletten riecht und so übel volluriniert ist hat mir keiner gesagt. Auch das fehlende Schloß an der Tür hat mich sehr verunsichert. Zu guter Letzt hat dann die Dame vor mir noch Ihren Monatsfluss rund um das Keramik verteilt was einen wunderbaren Einstieg zu dem mir sowieso schon komischen Essen gegeben hat. Naja - der Hunger treibts rein...

Fahrradtour:
Am Sonntag hab ich dann das erste Mal auf dem Rad gesessen. Hat alles wunderbar geklappt aber ich hab das Gefühl, dass Fahrrad fahren hier ungesünder als Rauchen ist. Die Karren hier oben kennen sowas wie Abgasnorm überhaupt nicht. Vom Motor führt wenn überhaupt ein kurzes Rohr weg und dann raus mit dem Rotz. Naja und genau das atmet man dann zu Hauf auf dem Rad ein. Aber anders gehts ja leider nicht. Zudem ist man als Radfahrer trotz immens breiter Fahrradwege doch das letzte Glied in der Kette. Kreisverkehre sind Harakiri für jeden Zweiradler - Hupen inklusive.
Genau aus dem Grund hab ich meine zweite Tour heute Abend nur in unserem Compund verbracht - es war immerhin schon dunkel. Aber die Drempel hier sind auch Mist - also muss ich wohl oder übel morgen wieder mit dem Rad vor die Tür.

Lustige Dreiräder:
Jetzt weiß ich wo die ganzen Bilder von den überladenen Fahrradfahraren und Dreiradfahrern herkommen - die sind man hier verdammt oft. Die Dreiradler sind sowas wie die Müllabfuhr hier. Für jeden Müll, den die an der Sammelstelle abgeben bekommen die Kohle.

Straßenbau:
Vollbeschäftigung heißt natürlich auch, dass man mal so nen Straßengraben von 2m Breite, 1m Tiefe und 3km Länge per Hand aushebt. Und das mit gefühlten 1000 Chinesen.

Rauchen:
Hier raucht nahezu jeder. Zumindest fast jeder Chinese. Egal wo - ob grade im Meeting oder im Einzelgespräch - der Gegenüber hat eigentlich immer ne Zigarette an - also natürlich auch im Büro.

Firma:
Über die Firma schreib ich mehr, wenn ich was zu erzählen hab. Bisher gibts da noch nicht viel.

So - viele Infos auf einmal. Wer es bis hierher geschafft hat kann ja mal Bescheid sagen ;)

Bis dann,

Tom

Samstag, 5. April 2008

Angekommen

So - ich bin angekommen. Das Fahrrad ist verschraubt und Internet hab ich nun auch. Bilder und ein bisschen mehr Text kommen später. Erstmal geht es jetzt was essen.

Bis später dann mal!